Archiv für September 2007

Schlüsselkinder

Seit gestern haben Steffi und ich unsere Schlüssel für unsere erste gemeinsame Wohnung.

Wird also die nächste Zeit direkt mal zwei Wohnungen zu renovieren geben – Steffis alte Bude muss übergeben und unsere Wohnung muss von Grund auf gepimpt werden.

Morgen kommen dann schon die ersten Möbel. Bin gespannt wie die Spedition unsere riesen Couch durch das enge Treppenhaus bringen will.

Morgen, sofern ich nicht erst wieder so spät wie heute nach Hause komme, wirds dann ein update geben…

So kanns laufen

Gestern hatte ich den heutigen Tag schon als Arschloch-Tag abgestempelt. Ich wusste was heute auf meinem Schreibtisch liegen wird und irgendwie war meine Lust darauf mit Hämorrhoiden vergleichbar – kein Bock drauf, aber dennoch beißt man die Zähne zusammen1.

Komischerweise wandelte sich dann der Arschloch-Tag recht schnell in einen Tag dem man zuvorkommend die Tür öffnet.
Nachdem ich bereits einen lehrreichen Tag hinter mir hatte, konnte ich heute einen weitern Strich in meiner Liste »das hätte ich ohne Praktikum nie mitbekommen« machen.

Hört sich so an, als hätte ich in den 13 Tagen nur zwei Dinge gelernt, die ich als Bereicherung ansehen würde – so war das jedenfalls nicht gemeint.
Das Praktikum soll in erster Linie ein Erfahrungslieferant sein. Eine Erfahrung wiederum besteht unter anderem aus Lernerfolgen.
Es gibt mindestens zwei Arten von Lernerfolgen:

  • das hätte ich auch alleine hinbekommen, hätte nur länger gedauert
  • das hätte ich sicher nie alleine hinbekommen

Bisher hatte ich also zwei Lernerfolge von Variante »B«.

  1. Diese Vermutung beruht nicht auf Erfahrungswerten []

Pinnwand

Nachdem Phil bereits ein Tool für unser P3/P4 vorgeschlagen hat, will ich heut mal nachlegen…

Stixy, momentan noch Beta laut Weblogo, ist eine dezentrale elektronische Pinnwand.

Stixy helps users organize their world on flexible, shareable Web-based bulletin boards called Stixyboards. Unlike most personal productivity or project management software, Stixy doesn’t dictate how users should organize their information. Users can create tasks, appointments, files, photos, notes, and bookmarks on their Stixyboards, organized in whatever way makes sense to them. Then they can share Stixyboards with friends, family, and colleagues.

Auch wenn wir mit ActiveCollab doch recht zufrieden waren, setzen wir sicher mal die Scheuklappen ab und widmen uns mit voller Hingabe einem Stixyboard.

Woche 3.0

Ich lebe immer noch – meine ich zumindest.

Meine zweite Woche ist mit dem vergangenen Freitag abgeschlossen gewesen und heute brach somit die dritte Woche an; umgeben von Agenturluft.
Es ist alles immer noch verdammt neu und ungewohnt, vor allem die straffen Deadlines und die Arbeitsgeschwindigkeit stoßen mir ab und zu noch unangenehm auf.
Das Gute daran ist, dass man als Praktikant (scheinbar) an jeder Ecke auf Verständnis stößt und keine mobile Guillotine durch die Agentur rollt und nach einem neuen Praktikantenkopf lechzt, nur weil es zeitlich ein wenig eng werden könnte.
Es ist echt krass welches Tempo vorgelegt wird. Wenn man eine Zeit lang in der Agentur ist bzw. Erfahrung in diversen Arbeitsabläufen hat, dann normalisiert sich das Ganze mit Sicherheit. Aber wenn man in das Loch grad eben erst reingefallen ist, dann weiss man wirklich erstmal nicht, wie man sich an die neue Lage gewöhnen soll.

Ich beruf mich mittlerweile schon selbst immer wieder mal auf meine Liste um mich daran zu erinnern, dass nicht alles eine Blumenwiese ist und man auch mal ein Gang zurückschalten muss.
Bisher dachte ich, dass ich eigentlich recht kompetent bin, mittlerweile weiß ich, dass noch verdammt viel Arbeit auf mich zukommt. Ich freu mich drauf massig Erfahrung und Wissen in dem halben Jahr mitzunehmen – allerdings weiss ich auch, dass die Zuckerwatte nicht gratis verteilt wird.

Auch wenn ich grad ein wenig kritisch bin, wachse ich doch immer wieder ein Stückchen mehr in das Ganze hinein – langsamer als gewünscht, aber zumindest hab‘ ich bereits einiges gelernt, dass ich sonst nie mitbekommen hätte.

User Understanding

usability tests, card sorting, personas, surveys

Klingt alles irgendwie vertraut.
20 alternative Methoden findet man beim Smashing Magazine.

zwanzig-vor-sechs

Neue Wohnung, neues Bett – was ist nahe liegender als ein tolles neues Männerspielzeug auf dem Nachttisch. Wäre der Preis doch nur studentengerechter…

store.artlebedev.com

Verbarius is the first clock in the world that writes the time in a humane way.

10 Weisheiten

Nachdem ich jetzt ganze 5 Tage Agenturerfahrung habe, ist es doch endlich mal soweit eine Weisheitenliste aufzustellen – darauf hat die Welt gewartet.

  1. 35-Stundenwoche gibt es bei der Stadt
  2. Du duzt deinen Chef und alle Anderen – Hierarchieebenen gibt es, du bemerkst sie aber nicht wirklich
  3. Fang an Kaffee zu mögen
  4. Erst probieren, dann Fragen (was nervt mehr, als zu Fragen wie der Bildschirm angeht)
  5. Frag soviel zu kannst. Du bist Praktikant und jeder weiß das – stille deinen Wissensdurst
  6. Es gibt keine dummen Fragen (unter Berücksichtigung von #4)
  7. Erwarte dennoch nicht zu viel von dir selbst – du bist Praktikant
  8. Spass an/bei der Arbeit gibt es tatsächlich – geniales Arbeitsklima auch
  9. Die Agentur ist ein Team – Musketiere auf einem Haufen
  10. Nimm die Arbeit nicht mit nach Hause

Auch wenn alles irgendwie selbstverständlich klingt, vergisst man einzelne Sachen im Eifer des Gefechts schnell einmal – auch in den ersten 5 Tagen.

Data Visualisation

Wer den Vortag von s‑ⅴ am MediaMonday im April verpasst hat, bekommt hier eine interessante alternative/ergänzende Liste an Visualisierungsmöglichkeiten von Daten.

Mitlerweile schon ein wenig länger online die Zusammenstellung, aber deshalb ja nicht weniger interessant.
Sogar musicovery ist vertreten, der/die ein oder andere von uns wird sich sicher im Zusammenhang mit P2 evtl. noch daran erinnern.

Die newsmap von Marcos Weskamp gibts es auch als Widget.

Google Maps fehlt mir irgendwie in der Liste, schließlich wird hier auch eine gewisse Menge an Daten visuell aufbereitet…

trace("Tag 3");

Der erste 10-Std-Arbeitstag bzw. Tag 3 wäre geschafft – um kurz nach 19 Uhr hatte mich die Frischluft wieder. Um ehrlich zu sein musste ich mich echt von der Arbeit losreißen und aus der Agentur quälen um nicht noch länger vorm Rechner zu sitzen und zu schaffen.
Kellerkindcharakter hat so was zumindest in dem Arbeitsumfeld überhaupt nicht. Jedenfalls ist es nichts Ungewöhnliches noch ne Menge, vom Monitor angeleuchtete Gesichter um die Uhrzeit zu treffen.
Ich fand den Tag zumindest sehr cool, die Arbeit hat Spaß gemacht und die Pizza bei Da Cimino war echt top.

So als typischer Praktikant fühl ich mich irgendwie garnicht. Ich werd nicht an die Hand genommen und durch die Agentur geführt und darf mich auf den Schoss eines Kollegen setzen und mitgucken während ich blöde Fragen stelle. Nö, ich bekomm meine eigenen (bisher) kleinen Aufgaben, arbeite eigenständig für mich, werde gebrieft, übergebe mein Zeug – stink normaler Workflow, keine Extrawürste – find ich cool. Fragen kann ich natürlich trotzdem jederzeit stellen.
Ungewohnt ist das alles schon, macht aber auch genauso viel Spaß.

Neben den ganzen fachlichen Infos möchte ich mal den Kaffeevollautomat loben, der mir definitiv großen Rückhalt gibt um möglichst schnell die Zähne mit lustigen Verfärbungen einzudecken – mein doppelter Latte am frühen Morgen ist schon kaum noch wegzudenken nach 3 ganzen Tagen…

Ich lebe…

Der erste Arbeitstag bei ND wäre somit hinter sich gebracht.

Das Aufstehen verlief problemlos. Nougatbits in mich reingeschaufelt, Kaffee getrunken und ab ins Auto. Die Fahrt zum Bahnhof war schon mal entspannend. Niemand der meinen Zeitplan durcheinander bringen wollte.
Am Bahnhof dann aber die erste Irritation: Was zum Teufel machen um 8 : 23 bitte noch so viele Menschen am Bahnsteig? Bisher dachte man ja, dass Menschen in Agenturen nur so spät zur Arbeit gehen.
Die Bahn war gerammelt voll; nach Dieburg in die h_da zu fahren ist definitiv angenehmer.

Um kurz nach 9 : 00 stand ich in meinem Wohnzimmer der Lounge und konnte erstmal mit ein paar anderen Kollegen frühstücken – fängt ja schon mal gut an.
Nachdem mein Start doch schon mal ganz unkonventionell1 verlief, wurde ich dann standardmäßig kurz eingewiesen – hier ist dein Platz, deine Kollegen, dein Welcomeguide und hier der Cafevollautomat.

Mittags dann standesgemäß in einem der In-Restaurants Frankfurt gewesen: der Mensa.
Hab mich direkt heimisch gefühlt auch wenns in Dieburg doch wesentlich gemütlicher ist.

Im Laufe des Tages habe ich dann sicher 50 oder mehr neue Gesichter kennen gelernt, denen ich selbstverständlich allen ihre Namen zuordnen kann.

Obwohl oder vielleicht gerade weil es mein erster Arbeitstag war, bin ich doch recht platt und müde. Morgens lang zu schlafen hat mich noch nie wirklich gelockt, am frühen Aufstehen liegt es also schon mal nicht das ich mich gerade fühl, als wären wir P2er kurz vor der Dokuabgabe.
Dennoch ist es die totale Umstellung wieder für jemanden und nicht für sich selbst zu arbeiten und die Arbeit dann zu machen wenn man Bock drauf hat.

Ich werd mich jetzt nur noch mit nem Becks Gold vor den TV klatschen und locker machen – sicher schon seit Ewigkeiten nicht mehr so ein Tag gehabt.
Der erste Bericht fällt somit recht knackig aus und ich verzieh mich auf meine Couch.

Fazit: Bock auf morgen…

  1. ich kannte es so zumindest nicht []