Einpackesel

Gestern wurde vom guten Höffner die Wohnwand geliefert.

Beide Schlepper waren total begeistert alles ohne Aufzug in den 2. Stock bringen zu müssen. Als dann endlich alles oben war, wurde noch schnell unterschrieben, dass nichts beschädigt wurde1 und schon waren wir mit der neuen Wohnwand allein.

Der Aufbau musste allerdings bis heute warten, da gestern noch die frisch mit Streichputz behandelten Wände in ein neues Farbkleid getaucht wurden.
Gespannt wurde der erste Karton von einem Unterteil geöffnet. Gerade wegen des Nicht-Schnäppchen-Preises hätte ich eine etwas durchdachtere Verpackung erwartet. Zwischen sichtbare Oberflächen könnte man einen Schutz legen – scheinbar ist diese Maßnahme der harten Preiskalkulation zum Opfer gefallen. Leider am falschen Ende gespart.
Dazu kommt noch, dass die Teile scheinbar direkt von der Säge in den Karton gefallen sind und verpackt wurden. Allein mit den Sägespänen könnten wir noch Jahre heizen.
Die Summe der ganzen professionellen Verpackung sind zwei Kratzer auf sichtbaren Oberflächen. Halelujah [ a.d.A. man stelle sich bitte tosenden Applaus vor ]. Somit war dann auch meine Aufbaufreude halbwegs vergangen.
Aber da es ja insgesamt drei Unterteile sind, stehen die Chancen doch recht gut, den Tag noch zu retten.

Während dem Auspacken der 2. Ware, wurde die 1. synchron wieder eingepackt – eine professionelle Rekonstruktion der semiprofessionellen Verpackung.
Siehe da, genau an den zwei gleichen sichtbaren Teilen auch ein Kratzer. Man kann wirklich hervorragend beweisen, dass durch den Dreck zwischen den beiden Teilen der/die Kratzer entstanden sind, da jedes einzelne Teil seinen Kratzer genau spiegelverkehrt an der gleichen Stelle hat.
Hätte ich Restalkohol im Blut, hätte ich jetzt vermutet, dass die Kratzer gewollt sind und wir das nur beim Ansehen des Ausstellungsstücks nicht mitbekommen haben. Leider war ich stocknüchtern, was man vom Hersteller der Ware scheinbar nicht behaupten kann.

Morgen wird Steffi dann einen freundlichen Anruf bei Höffner tätigen und nach dem Verlauf einer Reklamation fragen. Gefällt mir die Antwort nicht, werd ich noch mal persönlich zurückrufen müssen.
Drei Möglichkeiten hat Höffner zumindest, um mich dann bei Laune zu halten:

  1. ich darf die Ware aufbauen, bekomm Ersatzpakete2 und lass dann irgendwann die reklamierte Ware zurückgehen
  2. es wird zeitnah3 Ersatzware geliefert und ich lass die reklamierte Ware unberührt
  3. es wird mir ein angemessener Betrag zurückerstattet – wobei 10 % über der Schmerzgrenze liegen.

Mag sein, dass ich oftmals mit der Lupe über Dinge schaue und ein wenig zu genau bin, aber wenn ich für was einen bestimmten Betrag hinlege, dann will ich auch gescheite Ware.

Ist also mal das Feedback von Höffner abzuwarten. Vielleicht verstehen sie ja was von Kundenservice wie die Telekom.

Die restlichen Pakete hab ich jetzt erstmal so liegen lassen, wie der Möbelschlepper sie abgelegt hat – noch mehr Enttäuschungen würde meine zart besaitete Seele heute nicht verkraften.

  1. natürlich ohne vorher auszupacken, sehr sinnig []
  2. wer weis wie viel noch kaputt ist an der Lieferung []
  3. darunter versteh ich binnen einer Woche []

Die Wohnung bringt Action

Das Update hat dann doch länger gedauert, als ich gedacht hab.
Der Tag müsste definitiv mehr als magere 24 Stunden haben, damit ich mich nicht so stressen muss – ich Ärmster.

Naja, erstmal in den Delorean und zurück reisen. Die Möbel sollten Dienstag1 geliefert werden – wurden sie auch. Die Spedition kam mit der gesamten Ware am vereinbarten Treffpunkt an – klappt ja super.
Tisch und unser nicht-begehbarer-Schrank wurden hoch getragen.
Dann kam unser Sorgenkind: die Couch.
Mir war vorher klar, dass es an der letzten Wendung des Treppenhauses, wir wohnen im 2. Stock, recht eng werden könnte.
Als die Couch dann durch die Eingangstür vom Treppenhaus getragen wurde das böse Erwachen: Die erste Kurve wurde schon zum Verhängnis. Die verdammte Couch ist einfach zu pornös groß, dass sie nicht durch das Vorkriegstreppenhaus passt. Konnte beim Bau in den 70ern niemand dran denken, dass irgendwann mal solche Sitzmöglichkeiten In sein werden?

Tja, das war’s dann wohl mit toller Riesecouch. Somit mussten die Möbelpacker kehrt machen und das Teil wieder in den LKW laden – Steffi hat ganze Bäche geweint.

Ich war glücklicherweise in der Agentur als die Spedition klingelte; Steffi hat die Tür geöffnet. Möglicherweise hätte ich eigenhändig den benachbarten Kran als Beförderungsmittel für unsere Couch missbraucht. Als kleiner Junge hat man schließlich bereits von schwerem Gerät geträumt.

Bei der Gelegenheit muss ich direkt mal ein Wort an alle Innenarchitekten, Schreiner & Co. richten:
Große Bauten bitte aus vielen Einzelteilen erstellen. Einfamilienhäuser werden auch nicht in einem Block gegossen.

Komischerweise hielt sich die Dauer meines Schockmoments, als mir die freudige Nachricht telefonisch übermittelt wurde, doch in Grenzen. Wird halt einfach ne andere Couch zur Wunschcouch. Wir können »kostenlos« bei Segmüller eine neue Couch für den Kaufpreis aussuchen – das nenn ich kulant.

So genug Berichterstattung vom Dienstag. Nächster stopp ist Donnerstag.
Ich war im OBI und hab mir ein tolles Dampf-Tapeten-Entfernungs-Gerät gekauft. Tolle Sache, zumindest erleichtert es die Arbeit um einiges.
Werde ich dennoch irgendwann mal einen Aushilfsjob annehmen müssen, dann werde ich mit Sicherheit jegliche Arbeit mit Tapeten meiden.
An alle Mieter und die die mal ausziehen müssen:
Bitte grundieren, sonst hängt man echt ewig ein einem kleinen Fetzen Tapete.
Letztendlich haben wir es noch geschafft die Tapete im kompletten Wohnzimmer und Flur runter zu bekommen. Ein Rauputz soll her, damit die zwei Katzen sich die Krallen ausreissen und ausnahmsweise mal die fürs Wetzen vorgesehenen Kratzbäume nehmen und sich nicht an den Wänden vergehen.

Doc Brown – nächste Station.
Vorab an alle Männer:
So sehr ihr eure Frau auch lieben mögt, lasst euch nie ohne genaue Aufwandsabschätzung darauf ein, eine Holzdecke zu streichen. Versucht den Reh-Dackelblick-Kombo-Angriffen zu widerstehen. Es ist eine scheiss Arbeit!
Wir haben im Schlafzimmer eine Holzdecke. Da wir unterm Dach wohnen, läuft diese Holzdecke an der Schräge bis zum Boden hinunter. Über die zeitlose Attraktivität dieser Decke lässt sich streiten. Ich für meinen Teil kann mir zumindest schöneres vorstellen, vor meinem wohlverdienten Schlaf die Decke als letzten zu sehen, bevor ich in die Traumwelt entgleite.
Also Anlauger, Grundierung und Lack gekauft – alles soll weiß werden.
Wer eine Holzdecke streicht, mag keine Fugen. So jedenfalls meine erste Erkenntnis. Für ein Stück von ca. 5m² habe ich ungefähr 4 Stunden gebraucht. Klingt doch akzeptabel. Leider ist erst der Anlauger drauf und es müssen noch drei Anstriche her.
Naja, am Wochenende war ich zumindest fertig mit meiner kleinen Teilwand.
Anfangs hatten wir bereits überlegt, ob ich nicht nur einen kleinen Teil streiche und der Rest erstmal in seiner alten »Pracht« bleibt. Die Idee wurde recht schnell für gut befunden.

Gestern war dann Farben-Kauf-Tag. Schlafzimmer sollte in neuem Kleid erscheinen – Steffi darf die Farbe aussuchen. WIR einigten uns auf Flieder2.
Heute ist dann das Schlafzimmer fertig geworden. Sieht echt toll aus.

Nachmittags sind wir dann in unsere Zweitwohnung – zum Segmüller. Wir wurden mit Namen begrüßt und der Geschäftsführer wurde uns zur Seite gestellt. Naja fast. Wir konnten zumindest zielstrebig nach Couches Ausschau halten. Insgesamt haben wir jetzt drei komplett vermessen. Nächster Task ist jetzt einen Pappdummy zu bauen, denn wir dann Testweise das Treppenhaus hochkarren. So gehen wir zumindest auf Nummer sicher, dass diesmal alles passt.

So, ein längeres Update war das nun. Wenn die Bude fertig ist und ich endlich frei bin, wird’s hier wieder etwas lebendiger. Momentan ist einfach sau viel los und ich bin für jede lockere Minute dankbar.

Schönen Wochenanfang wünsch ich mir und dem Rest dann mal.

  1. 25. Sept. 2007 []
  2. ich weis, Männer würden Lila sagen, aber Frauen neigen zu Spezialisierungen wenns um bestimmte Dinge geht []