Man muss kein Fährtenleser oder Horito sein um zu erkennen, dass hier gerade alles total verlassen wirkt.
Keine Angst, ich bin noch da. Praktikum ist zwar weiter recht anstrengend, dafür ist die Lernkurve immer noch extrem steil und Spass hab ich auch noch dabei.
Da ich meiner angesparten Plautze mal ein wenig auf den Zahn fühlen will, wird meine Freizeit erstmal durch vermehrten Sport geprägt. Was nicht heissen soll, dass ich jetzt täglich zur Agentur jogge. Vielmehr werd‘ ich mich einfach weniger vorm Rechner aufhalten und eher mal in die Muckiebude marschieren und dort am harten Eisen trainieren – ich als alter Arnold S.
Daher wird sich in der nächsten Zeit erstmal wenig hier tun. Spätestens Ende Februar hab ich aber nach abgeschlossenem Praktikum wieder ordentlich Zeit mich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen.
Gestern hatte ich den heutigen Tag schon als Arschloch-Tag abgestempelt. Ich wusste was heute auf meinem Schreibtisch liegen wird und irgendwie war meine Lust darauf mit Hämorrhoiden vergleichbar – kein Bock drauf, aber dennoch beißt man die Zähne zusammen.
Komischerweise wandelte sich dann der Arschloch-Tag recht schnell in einen Tag dem man zuvorkommend die Tür öffnet.
Nachdem ich bereits einen lehrreichen Tag hinter mir hatte, konnte ich heute einen weitern Strich in meiner Liste »das hätte ich ohne Praktikum nie mitbekommen« machen.
Hört sich so an, als hätte ich in den 13 Tagen nur zwei Dinge gelernt, die ich als Bereicherung ansehen würde – so war das jedenfalls nicht gemeint.
Das Praktikum soll in erster Linie ein Erfahrungslieferant sein. Eine Erfahrung wiederum besteht unter anderem aus Lernerfolgen.
Es gibt mindestens zwei Arten von Lernerfolgen:
- das hätte ich auch alleine hinbekommen, hätte nur länger gedauert
- das hätte ich sicher nie alleine hinbekommen
Bisher hatte ich also zwei Lernerfolge von Variante »B«.
Ich lebe immer noch – meine ich zumindest.
Meine zweite Woche ist mit dem vergangenen Freitag abgeschlossen gewesen und heute brach somit die dritte Woche an; umgeben von Agenturluft.
Es ist alles immer noch verdammt neu und ungewohnt, vor allem die straffen Deadlines und die Arbeitsgeschwindigkeit stoßen mir ab und zu noch unangenehm auf.
Das Gute daran ist, dass man als Praktikant (scheinbar) an jeder Ecke auf Verständnis stößt und keine mobile Guillotine durch die Agentur rollt und nach einem neuen Praktikantenkopf lechzt, nur weil es zeitlich ein wenig eng werden könnte.
Es ist echt krass welches Tempo vorgelegt wird. Wenn man eine Zeit lang in der Agentur ist bzw. Erfahrung in diversen Arbeitsabläufen hat, dann normalisiert sich das Ganze mit Sicherheit. Aber wenn man in das Loch grad eben erst reingefallen ist, dann weiss man wirklich erstmal nicht, wie man sich an die neue Lage gewöhnen soll.
Ich beruf mich mittlerweile schon selbst immer wieder mal auf meine Liste um mich daran zu erinnern, dass nicht alles eine Blumenwiese ist und man auch mal ein Gang zurückschalten muss.
Bisher dachte ich, dass ich eigentlich recht kompetent bin, mittlerweile weiß ich, dass noch verdammt viel Arbeit auf mich zukommt. Ich freu mich drauf massig Erfahrung und Wissen in dem halben Jahr mitzunehmen – allerdings weiss ich auch, dass die Zuckerwatte nicht gratis verteilt wird.
Auch wenn ich grad ein wenig kritisch bin, wachse ich doch immer wieder ein Stückchen mehr in das Ganze hinein – langsamer als gewünscht, aber zumindest hab‘ ich bereits einiges gelernt, dass ich sonst nie mitbekommen hätte.
Nachdem ich jetzt ganze 5 Tage Agenturerfahrung habe, ist es doch endlich mal soweit eine Weisheitenliste aufzustellen – darauf hat die Welt gewartet.
- 35-Stundenwoche gibt es bei der Stadt
- Du duzt deinen Chef und alle Anderen – Hierarchieebenen gibt es, du bemerkst sie aber nicht wirklich
- Fang an Kaffee zu mögen
- Erst probieren, dann Fragen (was nervt mehr, als zu Fragen wie der Bildschirm angeht)
- Frag soviel zu kannst. Du bist Praktikant und jeder weiß das – stille deinen Wissensdurst
- Es gibt keine dummen Fragen (unter Berücksichtigung von #4)
- Erwarte dennoch nicht zu viel von dir selbst – du bist Praktikant
- Spass an/bei der Arbeit gibt es tatsächlich – geniales Arbeitsklima auch
- Die Agentur ist ein Team – Musketiere auf einem Haufen
- Nimm die Arbeit nicht mit nach Hause
Auch wenn alles irgendwie selbstverständlich klingt, vergisst man einzelne Sachen im Eifer des Gefechts schnell einmal – auch in den ersten 5 Tagen.
Der erste 10-Std-Arbeitstag bzw. Tag 3 wäre geschafft – um kurz nach 19 Uhr hatte mich die Frischluft wieder. Um ehrlich zu sein musste ich mich echt von der Arbeit losreißen und aus der Agentur quälen um nicht noch länger vorm Rechner zu sitzen und zu schaffen.
Kellerkindcharakter hat so was zumindest in dem Arbeitsumfeld überhaupt nicht. Jedenfalls ist es nichts Ungewöhnliches noch ne Menge, vom Monitor angeleuchtete Gesichter um die Uhrzeit zu treffen.
Ich fand den Tag zumindest sehr cool, die Arbeit hat Spaß gemacht und die Pizza bei Da Cimino war echt top.
So als typischer Praktikant fühl ich mich irgendwie garnicht. Ich werd nicht an die Hand genommen und durch die Agentur geführt und darf mich auf den Schoss eines Kollegen setzen und mitgucken während ich blöde Fragen stelle. Nö, ich bekomm meine eigenen (bisher) kleinen Aufgaben, arbeite eigenständig für mich, werde gebrieft, übergebe mein Zeug – stink normaler Workflow, keine Extrawürste – find ich cool. Fragen kann ich natürlich trotzdem jederzeit stellen.
Ungewohnt ist das alles schon, macht aber auch genauso viel Spaß.
Neben den ganzen fachlichen Infos möchte ich mal den Kaffeevollautomat loben, der mir definitiv großen Rückhalt gibt um möglichst schnell die Zähne mit lustigen Verfärbungen einzudecken – mein doppelter Latte am frühen Morgen ist schon kaum noch wegzudenken nach 3 ganzen Tagen…
Der erste Arbeitstag bei ND wäre somit hinter sich gebracht.
Das Aufstehen verlief problemlos. Nougatbits in mich reingeschaufelt, Kaffee getrunken und ab ins Auto. Die Fahrt zum Bahnhof war schon mal entspannend. Niemand der meinen Zeitplan durcheinander bringen wollte.
Am Bahnhof dann aber die erste Irritation: Was zum Teufel machen um 8 : 23 bitte noch so viele Menschen am Bahnsteig? Bisher dachte man ja, dass Menschen in Agenturen nur so spät zur Arbeit gehen.
Die Bahn war gerammelt voll; nach Dieburg in die h_da zu fahren ist definitiv angenehmer.
Um kurz nach 9 : 00 stand ich in meinem Wohnzimmer der Lounge und konnte erstmal mit ein paar anderen Kollegen frühstücken – fängt ja schon mal gut an.
Nachdem mein Start doch schon mal ganz unkonventionell verlief, wurde ich dann standardmäßig kurz eingewiesen – hier ist dein Platz, deine Kollegen, dein Welcomeguide und hier der Cafevollautomat.
Mittags dann standesgemäß in einem der In-Restaurants Frankfurt gewesen: der Mensa.
Hab mich direkt heimisch gefühlt auch wenns in Dieburg doch wesentlich gemütlicher ist.
Im Laufe des Tages habe ich dann sicher 50 oder mehr neue Gesichter kennen gelernt, denen ich selbstverständlich allen ihre Namen zuordnen kann.
Obwohl oder vielleicht gerade weil es mein erster Arbeitstag war, bin ich doch recht platt und müde. Morgens lang zu schlafen hat mich noch nie wirklich gelockt, am frühen Aufstehen liegt es also schon mal nicht das ich mich gerade fühl, als wären wir P2er kurz vor der Dokuabgabe.
Dennoch ist es die totale Umstellung wieder für jemanden und nicht für sich selbst zu arbeiten und die Arbeit dann zu machen wenn man Bock drauf hat.
Ich werd mich jetzt nur noch mit nem Becks Gold vor den TV klatschen und locker machen – sicher schon seit Ewigkeiten nicht mehr so ein Tag gehabt.
Der erste Bericht fällt somit recht knackig aus und ich verzieh mich auf meine Couch.
Fazit: Bock auf morgen…
Mein erster Arbeitstag als Praktikant bei NEUE DIGITALE steht kurz bevor – um genau zu sein, nur noch 2x Schlafen bis ich Agenturluft schnuppern darf.
Ich freue mich auf ein Haufen kreativer ausgeflippter Leute, ein hoffentlich interessantes und vor allem lehrreiches halbes Jahr bei ND als Flash Application Developer mit vielen neuen prägenden Eindrücken. Zum einen sehne seh ich dem Montag mit einer riesen Vorfreude entgegen und zum anderen, wie könnte es auf Grund meiner übertrieben perfektionistischen Ader anders sein, auch mit genug Respekt, ob ich das alles so bewerkstellige wie ich es mir vorgestellt habe.
Auch wenn ich »nur« Praktikant bin, habe ich natürlich einen (hohen) Anspruch an mich selbst, schließlich will man (irgendwann) mal mehr, als nur den Fuss in der Tür haben…
So long, am Montag gibts zum Praktikum dann das erste Update.